"Paten für die Ausbildung" helfen beim Berufseinstieg

Kooperation zwischen Stadt und Hauptschule Stadtpark

PfAu
Pia Müller von der Stadt Lüdenscheid (rechts), Rektor Thomas Lammers (links) und die Paten Reinhard Fricke und Hans Funke (Mitte) hoffen auf weitere "Türöffner", die Jugendlichen der Hauptschule Stadtpark beim Start ins Berufsleben unter die Arme greifen.

Direkte Vermittlung und praktische Hilfe beim Start ins Berufsleben: Mit dem Projekt „Paten für die Ausbildung“ (PfAu) wollen die Stadt Lüdenscheid und die Hauptschule Stadtpark Jugendliche als Auszubildende in heimischen Unternehmen unterbringen. Die bisherige Erfolgsquote ist beachtlich – und soll mit Hilfe neuer Paten weiter ausgebaut werden.

Genaue Zahlen lägen zwar nicht vor, sagt Thomas Lammers. Der Rektor der Hauptschule Stadtpark schätzt aber, dass rund 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die bislang an dem „PfAu“-Projekt teilgenommen haben, ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hätten. Reinhard Fricke, pensionierter Lehrer, und Hans Funke, vor dem Ruhestand unter anderem 30 Jahre lang als Geschäftsführer eines Unternehmens tätig, nicken bestätigend.

Und die beiden müssen es wissen: Fricke und Funke sind seit Anfang an als Paten dabei an, seit dem Startschuss für das Projekt im Jahr 2006. Allein Funke hat in dieser Zeit nach eigenen Angaben 18 Jugendliche erfolgreich vermittelt. „Es macht Freude, den jungen Menschen zu helfen. Und es macht Sinn, denn wir haben als Paten gute Kontakte zu den Firmen und kommen immer mal wieder mit diesen ins Gespräch“, sagt Funke.

"Türöffner" und Betreuer

Und genau wegen dieser Beziehungen und Kontakte fungieren die Paten zunächst einmal als „Türöffner“: Sie vermitteln Neunt- und Zehntklässler, die sich an der Hauptschule Stadtpark als besonders engagiert und lernwillig erweisen, an Firmen – entweder als Praktikanten oder als Auszubildende. Danach helfen die Paten den jungen Frauen und Männern dabei, sich im Unternehmen an sich und in der Berufswelt zurechtzufinden – und beispielsweise bei den Hausaufgaben während der Ausbildung.

Sollte sich nicht direkt ein Platz finden lassen, helfen Funke und seine Mitstreiter den Jugendlichen dabei, Bewerbungsunterlagen zu erstellen und begleiten sie zu Gesprächen. Als Hilfestellung für den „weichen Übergang von der Schule in die Ausbildung“ bezeichnet Funke seine ehrenamtliche Tätigkeit.

Ganz wichtig dabei: Wer einen Paten zugewiesen bekommen möchte, verpflichtet sich dazu, sich anzustrengen und alle Aufgaben gewissenhaft zu erledigen. Das habe bislang auch stets gut funktioniert, sagt Funke. Das sei ihm auch durch die Rückmeldungen aus den Unternehmen immer wieder bestätigt worden. Ein weiteres zentrales Element des Projekts: Jeder Pate sucht sich selbst aus, welche Schülerinnen und Schüler und wie viele er betreuen möchte. In der Regel sind es zwei pro Kopf.

Neben Hans Funke und Reinhard Fricke beteiligen sich aktuell noch Bettina Faßmann, Leiterin des Karl-Reeber-Seniorenzentrums, und Versicherungsmakler Frank Schnelle als Paten an dem Projekt. Macht unterm Strich vier „Türöffner“.

Patenschaft ist kein "Vollzeit-Job"

Es sollen deutlich mehr Paten für ein wichtiges und bislang so erfolgreiches Projekt werden. Das wünschen sich nicht nur Hans Funke und Hauptschulrektor Thomas Lammers, sondern auch Pia Müller aus der Stabsstelle Wirtschaft/Arbeitsmarkt der Stadt Lüdenscheid. „Wer eine Patenschaft übernimmt, hat damit keinen Vollzeit-Job zu erledigen. Alle acht Wochen findet ein ,PfAu?-Treffen statt, ansonsten entscheidet jeder für sich selbst, wie viel Zeit er oder sie für das Projekt aufbringen kann“, sagt Müller.

Wer Interesse daran hat, „Pate für die Ausbildung“ zu werden, kann sich telefonisch an Thomas Lammers (Tel. 02351/3656912) oder Pia Müller (02351/17-1380) wenden. Auch Firmen, die Ausbildungsplätze zu vergeben haben, können sich hier melden. Sollten sich genügend Paten finden, könnte das Projekt auch an weiteren Schulen in Lüdenscheid angeboten werden. „Je mehr Paten, desto besser wäre das – und zwar für Schulen, Jugendliche und Firmen“, so Müller.

Lüdenscheid, 24.01.2020