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Geschichte

Logo der Stadtbücherei

von 1856 bis 1997

Die Gründung einer öffentlichen Bücherei im Jahr 1856 war für Deutschland noch ungewöhnlich. Als dieser Schritt zu Beginn der Volksbüchereibewegung in Lüdenscheid gemacht wurde, erwähnten die Gründer und Betreiber die überörtliche Bedeutung jedoch nur am Rande: Sie dachten in erster Linie an Lüdenscheid und seine Bewohner. Am 10. Mai 1857, vor 140 Jahren, waren sie mit ihren Sammlungen und Vorbereitungen soweit fertig, und es konnten in Lüdenscheid zum ersten Mal Bücher aus der "Volksbibliothek der Stadt Lüdenscheid" ausgeliehen werden.

Die Stadt und die Stadtbücherei feiern diesen außergewöhnlichen runden Geburtstag nicht nur am 10. Mai, sondern das ganze Jahr 1997 und mit einer Reihe von Veranstaltungen. Man tut dies in Lüdenscheid mit einem gewissen Stolz, denn dieser öffentlichen Bibliothek, die zwar eine der ältesten in Deutschland ist, sieht man ihr Alter nicht an. Sie wurde in den vergangenen Jahren gut gepflegt und gehört mit ihren beispielhaft ausgestatteten Räumlichkeiten und ihrem modellhaften Programm auch heute wieder zu den richtungsweisenden Instituten in der Bibliothekslandschaft. Die Stadtbücherei ist bestens gerüstet für ein Jubiläumsfest, das ein ganzes Jahr dauern soll.

Die Idee einer Bücherei, die ausdrücklich für jeden Bürger da sein sollte und nicht nur für die Gebildeten, kam aus England. Dort gab es weitaus früher public libraries und schon 1850 sogar ein Bibliotheksgesetz, das deren Einrichtung und Führung vorschreibt.

Diese Idee, die aus England und Amerika zunächst Berlin erreichte, fand ausgerechnet in Lüdenscheid sehr schnell fruchtbaren Boden und begeisterte Nachahmer. In Deutschland wurde man in viel größeren Städten als dem 5.000 Einwohner zählenden Lüdenscheid allgemein erst nach weiteren zehn bis sogar vierzig Jahren im Bereich der öffentlichen Bibliotheken tätig.

Zum Teil mag dies daran gelegen haben, dass in größeren Orten und in den Universitätsstädten wissenschaftliche Bibliotheken vorhanden waren. Es fehlte allerdings in breiten Bevölkerungskreisen an Literatur, als in den Jahren um 1850 das Bedürfnis nach Bildung, Wissen und Information in allen Schichten immer mehr zu spüren ist.

In dieser Zeit wird z.B. in London das Pressebüro Reuter gegründet (1854), in Berlin wird die Litfasssäule erfunden (1855), in Paris findet 1855 die zweite Weltausstellung statt, und 1857 macht man den Versuch, Europa und Amerika mit einem Unterwasserkabel telegraphisch zu verbinden.

Zeitschriften werden gegründet, und zwar illustrierte Zeitschriften, die nicht nur bilden, sondern erstmals auch unterhalten wollen. Die "Illustrierten deutschen Monats-Hefte für das gesamte geistige Leben der Gegenwart" (später: "Westermanns Monatshefte") entstehen zur gleichen Zeit wie die Volksbibliothek der Stadt Lüdenscheid.

Gründungen von Wochen- und Tageszeitungen gehören ebenfalls in die fünfziger und sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts. Ein Beispiel dafür gibt es sogar in Lüdenscheid mit den "Lüdenscheider Nachrichten", die 3 Jahre älter sind als die Stadtbücherei, aber ebenfalls heute noch bestehen.

Die Zeit für öffentliche Bibliotheken war ohne Zweifel reif - dass sie in Lüdenscheid auch genutzt wurde, ist der Verdienst einiger tatkräftiger Männer. Sie waren hochangesehene Bürger, die sich Gehör verschaffen konnten: Zwei Pfarrer, vier Lehrer, zwei Fabrikanten, ein Handwerker und ein Fabrikarbeiter; den Bürgermeister und einen Ratsherrn hatten sie als ständige Mitglieder zur Seite.

Die politische Bedeutung einer solchen Einrichtung wird keineswegs unterschätzt; so schreibt "Meyers neues Konversations-Lexikon" in der 2. Auflage von 1862 unter dem Stichwort "Bibliothek": "Die immer unabweisbarer sich aufdrängende Überzeugung, dass die Aufklärung der Massen das sicherste Mittel ist, ein gesundes Staatsleben hervorzurufen, ... hat in neuerer Zeit edeldenkende Männer bewogen, durch Anlegung von Volks- und Gemeindebibliotheken dem Volke ein leicht zugängliches Bildungsmittel an die Hand zu geben, ... und die Sache erschien den Regierungen bald so wichtig, dass sie die Leitung derselben in die Hand nahmen, um das unvermeidlich Gewordene wenigstens unter ihre Obhut zu nehmen." Mehr unter dem Bildungsgedanken sieht das "Brockhaus Konversations-Lexikon" von 1895 die Volksbibliotheken: "Sie sollen allen Berufs- und Bildungsschichten der Bevölkerung dienen, jedoch vor allem die unteren Klassen heranziehen." Die Auflage von 1920 schreibt: "Die Volksbibliotheken sollen die unteren Stände an den geistigen Interessen der oberen teilnehmen lassen und die Kluft zwischen beiden überbrücken helfen."

Es ist auffallend, wie eifrig die Lexika dieser Zeit über öffentliche Büchereien berichteten. Unter "Bibliothek" findet man stets einige Spalten, unter "Bibliothekswissenschaft" lange detaillierte Beschreibungen von Verwaltungsvorgängen. Z.B. wird "öftere Reinigung der Bücherräume und Gestelle, Ausstauben der Bücher im Herbst" empfohlen, "wodurch zugleich dem Einnisten der Insekten" vorgebeugt wird (Brockhaus 1895). Ab circa 1880 gibt es ein eigenes Suchwort "Volksbibliothek" und mit der Lesehallen-Bewegung des Constantin Nörrenberg um die Jahrhundertwende auch die "Lesehalle". Der "Meyer" in der 6. Auflage von 1906 bringt sogar zwei eingeheftete Blätter mit Ansichten und Grundrissen von Bibliotheken.

Sicherlich ist es der Verdienst der "Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung", dass die öffentlichen Volksbibliotheken zur Jahrhundertwende in aller Munde sind; in den Jahren von 1890 bis 1905 entstehen an die 2.500 neu. In Berlin 1871 gegründet, bemüht sich diese Gesellschaft mit dem Leitspruch "Macht die Köpfe hell und die Herzen warm" intensiv um Bücherei-Neugründungen und um Vorträge und Schriften über Bibliotheken und versucht, möglichst viele zahlende Mitglieder zur Finanzierung ihrer Aufgaben zu gewinnen. Auch in den alten Akten der Lüdenscheider Stadtbücherei gibt es einen Schriftwechsel mit dieser Gesellschaft, der Magistrat lehnte "mit Rücksicht auf die ungünstige Finanzlage der Stadt Lüdenscheid" 1892 und 1901 eine Mitgliedschaft aber ab. Die unausgefüllte Beitrittserklärung findet sich beide Male säuberlich abgeheftet in den Akten wieder. Es bleibt aber zu vermuten, dass man Jahre nach der eigenen Büchereigründung keinen Anlass sah, eine Gesellschaft mitzufinanzieren, die gerade diese Gründungen fördern wollte.

Vielleicht hätte man mit einer anderen Entscheidung jedoch einige Erleichterungen für die tägliche Arbeit bekommen, und wenn es nur der "Musterkatalog für Haus-, Vereins-, Volks- und Schulbibliotheken" zum Preis von einer Mark gewesen wäre, dessen 6. Auflage 1892 "soeben" herausgegeben worden war. In ihm war "genügend Raum geschaffen, um vor den Büchertiteln die Bibliotheksnummern einzutragen, damit der Musterkatalog auf diese Weise zugleich als Katalog jeder einzelnen Bibliothek zu benutzen" war.

Auch die "Comenius-Gesellschaft" in Berlin setzt sich in dieser Zeit sehr für öffentliche Bibliotheken ein. Sie macht sich seit 1899 besonders für die Idee der Lesehallen stark und verschafft ihr durch Rundschreiben und Vorträge Öffentlichkeit. Eine Rede Constantin Nörrenbergs im September 1899 in Bremen verhilft der Lesehallen-Bewegung zu entscheidender Bedeutung. Bis zur Gründung der Lüdenscheider "Lesestube" im Jahre 1907 vergehen aus Raumgründen dann noch sieben Jahre, obwohl bereits 1898 darüber diskutiert wird.

Bei einem finanziellen Vergleich mit anderen westfälischen Städten aus dem Jahr 1926, also 70 Jahre nach ihrer Gründung und 69 Jahre nach dem ersten Ausleih-Tag, schneidet die Lüdenscheider Bücherei mit Ausgaben von 15 Mark pro 100 Einwohnern gegenüber z.B. 52 Mark (Hohenlimburg), 45 Mark (Hamm und Hagen) und 23 Mark (Gelsenkirchen) bei weitestem am schlechtesten ab.

Ihre frühe Gründung scheint der Volksbibliothek in Lüdenscheid für eine schnelle Entwicklung nicht förderlich gewesen zu sein. Die jüngeren Bibliotheken entstehen nun fast überall nicht als private Gründungen, sondern unter städtischer Regie oder mit nennenswerten Zuschüssen aus der Stadtkasse; sie haben fest angestelltes Personal und meist auch ausreichende Räume zur Verfügung und somit bessere Arbeitsbedingungen.

1888 wird der Bücherei ein Teil der finanziellen Sorgen mit der "Ritzel-Stiftung" abgenommen: von dem Kapital von 2.000 Mark stehen ihr nun jährlich die Zinsen zur Verfügung. Leider war es 1923 nach der Inflation mit dieser schönen Geldquelle wieder vorbei.

Die erste Sammlung für die neue Einrichtung bei den Bürgern hatte 90 Taler und 20 Silbergroschen ergeben. Ab Oktober 1868 werden Vorträge zugunsten der Bücherei gehalten. Diese Veranstaltungen, übrigens die Anfänge der Volkshochschule, bringen im ersten Jahr 155 Taler, 17 Silbergroschen und 6 Pfennige ein. Auf Dauer reichten jedoch Sammlungen und Lesegebühren und die Zinsen der Stiftung nicht für die Bestreitung der Unkosten aus. Als Karl Sattler 1895 als Leiter und 1. Vorsitzender in den Vorstand gewählt wird, beantragt man erstmals einen Zuschuss von der Stadt, die inzwischen bereits die Mieten und die Heizung bezahlte. Prompt werden ihr jährlich 200 Mark "gewährt".

1900 läßt sich die Stadt den Aufbau des Spritzenhauses für die Volksbibliothek 10.000 Mark kosten. Sie gewährt auch immer wieder außerordentliche Zuschüsse; 1905 mit der Einstellung einer hauptamtlichen Bibliothekarin erhöht sie den laufenden Beitrag auf 2.160 Mark, 1918 auf 8.500 Mark. 1920 gehen die Räume aus finanziellen Gründen in städtisches Eigentum über. Es wird eine neue Satzung erarbeitet und ein Zuschuss von 47.000 Mark bewilligt.

Die Entwertung der Mark erschwerte die Führung der Volksbibliothek (wie sicher jede andere Arbeit auch) erheblich: 1923 reicht der Vorstand bei der Stadt sein Rücktrittsgesuch ein, weil er sich "wieder und immer wieder ... genötigt (sehe), um weitere Zuschüsse zu bitten". Der Oberbürgermeister überzeugt ihn jedoch davon, in seinem Amt zu bleiben und gewährt der Bücherei am 19. Juni 3 Millionen, am 26. Juni 7 Millionen, am 9. August 200 Millionen, am 29. Oktober 1 Billion Mark - für das Gehalt der Bibliothekarin - und am 26. November 50 Billionen Mark für eine Buchbinderrechung usw.

Seit 1936 wird die Bücherei als Institut der Stadt geführt und ganz in den städtischen Haushalt übernommen. Aber natürlich ging es auch der Stadt Lüdenscheid nach dem Krieg nicht so gut, und sie konnte ihre Bibliothek über viele Jahre nicht zufriedenstellend ausstatten. Der Etat wird erst um 1970 höher, in einer Zeit, als auch das Land wieder nennenswerte Zuschüsse gibt.

Der Aufbau des Bestandes der damals neu gegründeten Volksbibliothek der Stadt Lüdenscheid war laut Satzung Aufgabe des Vorstandes: "... bei Anschaffung der Bücher muss darauf geachtet werden, dass dieselben in einem jedem Stande verständlichen Tone abgefasst sind".

Natürlich bekam auch die junge Bücherei zusätzlich viele Geschenke, wodurch sich wohl Ungereimtheiten der Bestandskataloge der ersten Jahre erklären lassen. Zeitschriften wie "Daheim", "Gartenlaube" und "Quellwasser für's deutsche Haus" waren im Bestand sowie Sachbücher, Reisebeschreibungen und Romane der Zeit. Leider ist der Bibliothek aus diesen ersten Jahren kein Buch mehr erhalten geblieben. In den Kriegen wurden Bücher für die Soldaten abgegeben und verschickt, und in und nach der Nazi-Zeit wurden die verfügten Bestandssäuberungen ausgeführt und dokumentiert.

Die Bücherei hatte 1857 mit 380 Bänden angefangen, 1880 besaß sie bereits 5.500, 1900 sind es etwa 10.000, 1937 beim Umzug ins Stadthaus 10.622. Im Jahre 1951 kaufte die Stadt heimatkundliche Literatur aus einem Nachlaß an, und mit dieser "Sammlung Schmalenbach" hatte die Bücherei 13.488 Bände. Von 1946 bis 1951 beherbergt sie die "Pädagogische Zentralbücherei Westfalens", die dann nach Dortmund umzieht. Beim 100jährigen Bestehen im Jahr 1957 besitzt sie ca. 15.000 Bände, 1970 schon 45.000, beim 125. Geburtstag weitere 40.000 und heute 135.000 "Medien-Einheiten". Zu den Büchern sind inzwischen alle anderen Medienarten hinzu gekommen - zuletzt im Jahr 1996 CD-ROMs und 1997 das Internet.

Es hat der Bücherei gut getan, dass ihre jeweiligen Leiter ihre Aufgabe ernst nahmen. Der erste und der zweite Büchereileiter, Pastor Friedrich Wilhelm Rottmann und Rektor Karl Sattler, hatten jeweils 38 Jahre lang dieses Amt inne. Durch ihre kontinuierlich fortgeführte Arbeit stärkten sie das Ansehen der Volksbibliothek in nicht zu unterschätzendem Maß. In ihren Anfängen bekommt die Bücherei eine Reihe von auswärtigen Anfragen und ist für viele andere Städte Vorbild. Karl Sattler legte über die ersten 75 Jahre Aufzeichnungen an, ohne die ihre Geschichte wohl nicht mehr nachzuvollziehen wäre.

Die Feier des 100jährigen Bestehens war ausgesprochen aufwendig, und alle, die in Lüdenscheid mit Kultur zu tun hatten, beteiligten sich an diesem Fest. Man war offensichtlich sehr stolz auf die "alte" Stadtbücherei und lässt zu diesem Anlass ihr Gebäude, das Stadthaus, von Grund auf und repräsentativ renovieren.

Die Unterbringung der Bücherei war in fast jedem Jahrzehnt ihres Bestehens Gesprächsthema. Schon mit der Aufstellung von 380 Bänden in einem Raum der Nordschule (heute Medardusschule) fängt der Notbehelf an: Bereits kurze Zeit später ist der Umzug in den "Berliner Hof" fällig. Dem folgen zunächst noch fünf weitere Umzüge in ebenfalls nicht geeignete Räume wie z.B. in ein feuchtes Zimmer der Mädchenschule, in dem die Bücher zu schimmeln anfangen oder in einen Nebenraum der alten Lüdenscheider Gastwirtschaft "Jägerhof", wo man wegen abendlicher Feiern ständig in Sorge um die Bücher sein musste.

Erst der siebte Umzug 1900 in das eigens für die Volksbibliothek aufgestockte Spritzenhaus an der Corneliusstraße brachte einige Jahre Ruhe. Hier wird im 1. Stock die "Lesestube" eingerichtet, und lange gibt es keine Klagen bis auf die über die steile Treppe nach oben und das etwas befremdliche Zusammenleben mit der Feuerwehr.

Die Bücherei zieht erst 1937, als sie 80 wird, nach gegenüber um - in das Haus, das sie auch heute noch bewohnt. Die Stadt kaufte das Haus Corneliusstraße / Luisenstraße vom Konsumverein und ließ es als "Stadthaus" umbauen. Eine schöne Lesestube liegt links vom Eingang und die damals durchaus ansehnliche Thekenbücherei rechts davon. Lesestube und Ausleihraum haben getrennte Öffnungszeiten; die Lesestube ist bis spät abends zugänglich.

10 Jahre später wird es wieder zu eng in diesem Haus, in dem auch das Kulturamt, die Volkshochschule, die Kunstgemeinde und der Ratssaal untergebracht sind. Daher wird 1957 umgebaut: im Parterre wird eine Galerie eingezogen, der Lesesaal wird in die 1. Etage verlegt, die Heimatbücherei und die Jugendbücherei bekommen jeweils eigene Zimmer, und man folgt den neuen Anforderungen des Bibliothekswesens und beginnt mit der frei zugänglichen Aufstellung der Bestände.

Auch dieser große und gelungene Umbau von 1957 hat die Raumprobleme der Bücherei nicht auf Dauer lösen können. Bis zur Realisierung des heutigen Neubaus halfen ihr kleinere Teillösungen wie der Umzug des Kulturamts und der Volkshochschule ins neue Rathaus, der der Kunstgemeinde und der Glatzer Sammlungen ins Alte Rathaus, und später, nach Fertigstellung des Kulturhauses, die Umnutzung des Saales als Lesesaal. 1976 wird die Kinder- und Jugendbücherei als "Mediothek" in einen der Pavillons auf dem Rathausplatz ausgegliedert. Ohne großes Aufsehen stellten die Angestellten Jahr für Jahr neue Regale dazu und verteilten die Neuankäufe über alle Räume und Flure des Stadthauses.

1979 wird mit der Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs für einen Um- und Erweiterungsbau der Stadtbücherei das entscheidende Signal für eine neue Ära der Stadtbücherei gegeben. Zwar musste sie auch ihren 125. Geburtstag wieder wie 1957 den hundertsten aus Platzgründen "außer Haus" feiern, aber es gab nun gute Pläne für einen Neubau. In den Jahren 1984 bis 1989 wurden sie von den Architekten Storch und Ehlers (Hannover) in enger Zusammenarbeit mit den Bibliotheksfachleuten realisiert.

Seit der Eröffnung des neuen Hauses am 23. November 1989 haben die Lüdenscheider eine Stadtbücherei, die sich sehen lassen kann. Über 400.000 Entleihungen und mehr als 230.000 Besucher pro Jahr sprechen dafür, dass diese alte Volksbibliothek es verstanden hat, sich mit den Jahren weiter zu entwickeln und den heutigen Anforderungen gerecht wird.

Eine der ältesten öffentlichen Büchereien in ganz Deutschland ist heute eine der viel besuchten und gut genutzten. Sie sieht im Jahr ihres 140. Geburtstages auf eine wechselvolle Geschichte zurück und hat allen Grund, in diesem Jahr ihren runden Geburtstag mit einer Reihe von Veranstaltungen zu feiern.

Franziska Altenpohl, Lüdenscheid im Mai 1997

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