Ein Gebäude mit Geschichte

Fotografie der Frontseite der Kerksighalle heute
Die Kerksighalle: das neue Domizil des Stadtarchivs

Seit dem 1.9.2005 hat das Stadtarchiv Lüdenscheid in der ehemaligen Kerksig-Turnhalle offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Das Gebäude wurde aufwändig saniert und die Halle zum Archivmagazin umgebaut, in dem die wertvollen Bestände des Stadtarchivs sicher untergebracht sind.

Auch für Besucherinnen und Besucher des Archivs stehen nun komfortable Benutzungsplätze zur Verfügung. Das Team des Stadtarchivs freut sich darauf, neugierige und geschichtsinteressierte Benutzerinnen und Benutzer in den neuen Räumlichkeiten zu empfangen.

Bau der Halle Ende des 19. Jahrhunderts

Fotografie der Kerksighalle vor 1914
Die Kerksighalle im Ursprungszustand

Eingeweiht wurde die Kerksighalle - übrigens benannt nach Johann Peter Theodor Kerksig, von 1809 - 1814 Lüdenscheider Bürgermeister - am 14.9.1890 als städtische Turnhalle. Sie wurde als solche durch den LTV 1861 e.V. von Anbeginn bis 1958 genutzt.

Die Kerksighalle in der ersten Hälfte des 20. Jh.

Innenaufnahme eines Raumes des Jugendheims
Nach der Erweiterung war auch ein Jugendheim im Gebäude untergebracht

1915, im zweiten Jahr des 1. Weltkriegs, wurde in der Halle eine städtische Verkaufsstelle für Lebensmittel eingerichtet, die mindestens bis 1916 bestanden haben muss. 1920 ist wieder von einer Turnhalle die Rede.

1926 genehmigt die Stadt eine Erweiterung der Halle. Es werden in diesem Zuge 1928 auch eine Jugendherberge und ein Jugendheim angebaut. Die Bauarbeiten, die auch den Ausbau des Dachgeschosses beinhalten, werden 1929 abgeschlossen.

1937 kommt es erneut zu einem Umbau des Gebäudes, die Kerksighalle erhält ihr heutiges Aussehen. 1939, unmittelbar vor Ausbruch des 2. Weltkrieges, ist darin das Städtische Ernährungs- und Wirtschaftsamt untergebracht.

Wechselvolle Geschichte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges

Innenaufnahme der Turnhalle mit Sportgeräten
Die Kerksighalle als Turnhalle

Ab 1948 wird in der Kerksighalle zunächst ein offenes Jugendheim eingerichtet. Zu Beginn der 1950er Jahren sind auch verschiedene städtische Ämter in der Kerksighalle untergebracht, so z.B. das Straßenverkehrsamt, das dort sogar bis 1966 besteht.

1950 wird (wieder) ein städtisches Jugendheim in der Kerksighalle eröffnet. Im selben Jahr beschließt das Landesjugendamt Münster, in der Halle Ostflüchtlinge unterzubringen. Heftige Proteste des Lüdenscheider Stadtjugendpflegers zögern dies jedoch bis 1953 hinaus.

Bereits 1954 wird die Halle wieder geräumt. Sie wird komplett überholt und erneut für den Turnbetrieb freigegeben. In den folgenden Jahren füllt nicht nur sportliches, sondern auch ein reges kulturelles Leben das Gebäude Kerksigstrasse 4. 1976 wird in der Halle schließlich eine Beratungsstelle der Griechischen Gemeinde eingerichtet, 1987 eröffnet dort eine Teestube. In den letzten Jahren vor dem Umbau beherbergt die Kerksighalle sogar einen Tauchsportverein.

Das neue Domizil des Stadtarchivs

Innenaufnahme des Magazins
Obergeschoss des Magazins im Stadtarchiv

Seit dem 1.9.2005 ist in dem Gebäude mit seiner wechselvollen Geschichte das Stadtarchiv untergebracht. Die Turnhalle wurde zum Archivmagazin mit passiver Klimatisierung umgebaut. Hierzu wurden eine Wandflächenheizung und eine elektronisch gesteuerte Lüftung installiert. Selbstverständlich wurden auch eine Einbruch- und eine Brandmeldeanlage eingerichtet. Auf einer Fläche von 1180qm liegen nun die wertvollen Bestände in einer modernen Regalanlage.

In den übrigen Räumen des Gebäudes wurden Büros und komfortable Benutzungsmöglichkeiten geschaffen. Auch ein Vortragssraum steht nun zur Verfügung. Auf dem Platz vor der Halle bestehen kostenlose Parkmöglichkeiten für Besucherinnen und Besucher. Hier wurde auch eine Rampe zur Anlieferung von städtischen Altakten geschaffen, die gleichzeitig einen behindertengerechten Zugang zum Gebäude gewährleistet, das nun auch mit einem entsprechenden Aufzug ausgestattet ist.