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Städtische Galerie

Städtische Galerie Lüdenscheid

17. Juni bis 2. Oktober 2016

kunst.konkret 01

Arbeiten aus den Sammlungen der Städtischen Galerie und der Kunststiftung Lüdenscheid

Die Kunststiftung Lüdenscheid wurde im Jahr 2014 gegründet. In die Stiftung brachten die Eheleute Klaus und Doris Crummenerl große Teile ihrer Kunstsammlung ein. Diese Arbeiten befinden sich seither als unbefristete Dauerleihgabe im Besitz der Städtischen Galerie.

Mit der Ausstellungsreihe kunst.konkret soll in regelmäßiger Folge unter jeweils wechselndem thematischem Titel der aufschlussreiche Dialog zwischen öffentlicher und privater Sammlungsauswahl geführt werden.

Das erste Kapitel der Ausstellungsreihe gilt solchen künstlerischen Positionen, deren zentrales bildbestimmendes Element die Farbe ist von der gesteigerten, reinen Farbwirkung der Arbeiten Rupprecht Geigers über die gewundenen Schichtungen farbiger Grundelemente in den Grafiken des Bildhauers Thomas Lenk bis zu den vibrierenden Farbstreifenkompositionen Günter Fruhtrunks.

Wever – die Ausstellung

In den Lüdenscheider Nachrichten erschien am 31. Dezember 1960 anlässlich des 70. Geburtstages  von Heinz Wever (1890-1966) eine Würdigung. Im Untertitel wurde er als „Künder der Heimat“ bezeichnet, letztlich – ob gewollt oder nicht – auf das Format eines provinziellen Heimatkünstlers reduziert.

Wever war aber nach Aufnahme des Studiums an der Düsseldorfer Kunstakademie 1911 – dann zerrissen von zwei Weltkriegen – im Jahr 1960 bereits nahezu 50 Jahre als freischaffender Kunstmaler und Gebrauchsgrafiker mit der Spezialisierung auf Illustration, Propaganda und Porträt tätig gewesen. Ein Vierteljahrhundert hatte er am Rhein, in New York und Berlin gelebt und gearbeitet, nicht aber als Heimatkünstler in Herscheid. Diese Feststellung ist 50 Jahre nach seinem Tode 1966 mehr als Anlass genug, der Biografie und dem Gesamtwerk nachzuspüren.

Ausstellung und Begleitband präsentieren einen neuen, einen anderen Wever. Er war, wie sein Blick auf dem Ausstellungsplakat es nahe legt, ein genauer Beobachter von Menschen, Industrie und politischen Verhältnissen in Deutschland, Europa, Afrika, den USA und Südwestfalen im Wandel der Jahrzehnte. Es war der tiefgreifende Wandel der politischen Systeme in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der seinen Lebensweg prägen und wiederholt verändern sollte.

Präsentiert in der Städtischen Galerie und im Geschichtsmuseum bzw. aufgearbeitet in dem reichhaltig bebilderten Begleitband zur Ausstellung werden

  • das Frühwerk, das der junge Student in den 1910er Jahren in Düsseldorf als Meisterschüler Eduard von Gebhardts im Umfeld und unter dem Einfluss der sich damals im Aufbruch befindlichen zeitgenössischen Moderne schuf

  • seine Beiträge zu der Großen Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen (GeSoLei) 1926 in Düsseldorf, einer von Millionen besuchten demokratischen Leistungsschau, bei der seine Begabung als zuspitzender Illustrator und Porträtist deutlich hervortrat

  • seine Reisegrafik und Beispiele seines Werkes während des USA-Aufenthaltes

  • die Berliner Jahre 1930 bis 1936, in denen der ehemalige Weltkriegsteilnehmer als Gebrauchsgrafiker für Zeitschriften tätig wurde und Plakatentwürfe für den Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten, später für das Reichsluftfahrtministerium schuf

  • der geniale Netzwerker, der sich nach seiner Rückkehr 1936 ins Sauerland durch seine Mitgliedschaft in der Lüdenscheider Hotop-Riege, einem exklusiven Männerfreundeskreis, beste Verbindungen erschloss

  • der Chronist vergangener südwestfälisch-märkischer Industriekultur. Er schuf im Auftrag zahlreicher Industriebetriebe mehrere Hunderte Aquarelle von Angestellten, Arbeiterinnen und Arbeitern an deren Arbeitsplätzen. Der Höhepunkt seines diesbezüglichen Werkes fällt zusammen mit der Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft und der besonderen Wertschätzung der Arbeitnehmer in der frühen BRD. Im Nachhinein ist durch den Umfang und die Qualität dieser Werkgruppe ein einzigartiges Dokument ehemaliger regionaler Industriekultur entstanden.

   

Nächste Veranstaltungen:

Öffentliche Führungen

Jeden Sonntag sind Sie um 15.00 Uhr herzlich eingeladen, in den Räumen der Städtischen Galerie und des Geschichtsmuseums an den öffentlichen Führungen durch die Ausstellung teil zu nehmen.?Da im Vorfeld der Produktion ein interdisziplinärer Zugang gewählt wurde, eröffnen sich bei den Führungen thematische Varianten.

 

Abendveranstaltungen –

Vortrag oder thematische Sonderführung

21. August 2016, 18.00 Uhr

Ute Bales, Freiburg

Lesung aus dem Roman „Großes Ey“ – die Lebensgeschichte der legendären Kunstförderin Johanna Ey

Als Johanna Ey 1907 in unmittelbarer Nähe der Düsseldorfer Kunstakademie eine Kaffeestube eröffnet, ahnt sie nicht, welche Bedeutung sie für die rheinischen Künstler einmal haben sollte. Der Laden wird schnell zum Treffpunkt der Studenten. Kaffee und Brötchen sind billig. Wer kein Geld hat, darf anschreiben lassen. Heinz Wever, Kunststudent aus Herscheid, ist der erste, der ihr, als er nicht zahlen kann, einen Tausch anbietet: Bilder gegen Essen. Johanna ist einverstanden …

  

28. August und 4. September 2016, jeweils 18.00 Uhr

Dr. Eckhard Trox

Heinz Wever – Heimatkünstler oder politischer Künstler?

Wever galt 1960 als „Künder der Heimat“ und war damals vermutlich auch nach eigenem Selbstverständnis ?Heimatkünstler?. Dieser Begriff enthält eine Dimension des Unpolitischen. Im Gegensatz dazu stehen seine Arbeiten aus den 1920er und 1930er Jahren, denen etwas bekenntnishaft Politisches innewohnt. Wie verhält sich das zueinander? Was bedeutet Politik bei diesem Künstler? Lässt sich durch eine werkbezogene Interpretation eine differenzierte Position beschreiben, obwohl schriftliche Zeugnisse weitestgehend fehlen?

  

18. September 2016, 18.00 Uhr

Dr. Sibylle Ehringhaus, Berlin

Heinz Wever und die anderen: Künstler in Berlin um 1933

Seit drei Jahren lebte Wever in Berlin, als Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt und damit das Ende der Weimarer Republik besiegelt wurde. Nach dem Amerikaaufenthalt hatte er sich in der Reichshauptstadt in Zeitschriften und auf Litfaßsäulen als Grafiker publik gemacht. Erfolgreich etablierte er sich danach durch Heirat und Wohnung im feinen Berliner Westen, nahe der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.?Wen mag er da getroffen haben? Wie erging es Künstlern am selben Ort zur selben Zeit?

 

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Die Sammlung der Städtischen Galerie

zeigt unterschiedliche Positionen der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts. Sie reichen von der Malerei zu Beginn des Jahrhunderts über Licht- und Bewegungsinstallationen der 1970er bis zur konzeptionellen Kunst der 1990er Jahre.

Von größter Bedeutung für Lüdenscheid sind jene Werke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Stadt und Region in einen größeren Zusammenhang mit der internationalen Kunstszene stellen. Dies sind die Arbeiten der westfälischen Malerin Ida Gerhardi (1862-1927) sowie die Paul-Wieghardt-Stiftung mit annähernd 100 Werken des 1897 in Lüdenscheid geborenen und 1969 in Wilmette/Illinois, USA, verstorbenen Malers Paul Wieghardt.

Unterschiedliche Stilrichtungen und bildnerische Auffassungen bilden die Schwerpunkte der Sammlung: Informel, Konkrete Kunst, Konstruktivismus sind ebenso vertreten wie Neue Figuration, Konzept- oder Aktionskunst.

Die Abteilung "Licht und Bewegung" zeigt Arbeiten bekannter Künstler wie Werner Bauer, Hartmut Böhm, Victor Bonato, Günter Dohr, Rolf Glasmeier, Heinz Mack, Otto Piene. Eine Besonderheit der Sammlung sind die von ca. 400 Künstlern des In- und Auslandes gestalteten „Künstlerknöpfe".

Die Städtische Galerie präsentiert in wechselnder Auswahl Werke von u.a. Joseph Beuys, Nikolaus Gerhart, Kuno Gonschior, Ji?í Hilmar, Gerhard Hoehme, Reinhard Klessinger, Dirk und Maik Löbbert, Rolf Nickel, Ansgar Nierhoff, Erich Reusch, Gerhard Scharnhorst, Heinrich Siepmann, Emil Schumacher, Timm Ulrichs und Günther Zins.

So erreichen Sie uns:

Städtische Galerie einschl. Sammlung der Städtischen Galerie in den Museen der Stadt

Sauerfelder Str. 14
58511 Lüdenscheid
Tel.: 0 23 51/17-14 96
E-Mail: museen@luedenscheid.de

Öffnungszeiten:

Mittwoch - Sonntag 
11.00 - 18.00 Uhr


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