37. evangelische Kreuzkirche Lüdenscheid-Brügge

Die ev. Kreuzkirche im Jahr 2004
Die ev. Kreuzkirche im Jahr 2004

Die Kreuzkirche in Lüdenscheid-Brügge ist eine neugotische Emporenkirche aus dem Jahr 1899, die nach dem Wiesbadener Programm gestaltet ist. Der Architekt war F. Wilhelm Haase. Die Kirche hat einen kreuzförmigen Grundriss mit gerade gestaffeltem Chorabschluss. Der an der rechten Seite befindliche Turm wird von einem Spitzhelm mit Kupferdeckung gekrönt.

Die in der Kirche vorhandenen Radfenster haben noch die ursprüngliche Verglasung. Dargestellt sind in den Radfenstern der verlorene Sohn, die Reformation und der segnende Auferstandene. An der linken Frontecke befindet sich der Haupteingang der mit schwarzen Mamorsäulen versehene Haupteingang der Kirche. Das gesamte Gebäude ist aus Bruchstein errichtet worden. Durch seine prägnante Lage ist die evangelische Kreuzkirche im gesamten Ortsbild von Brügge weithin sichtbar.
Die evangelische Kreuzkirche
Die evangelische Kreuzkirche in den 1950er Jahren

Der Architekt Johannes Otzen, Berlin und der Pfarrer Emil Veesemeyer, Wiesbaden legten 1891 ein Konzept zum Bau der lutherischen Kirchen unter dem Titel "Wiesbadener Programm" vor.  Dieses Programm bestimmt den evangelischen Kirchenbau bis in die 1920er Jahre.

Diese Programm trifft vier Grundaussagen nach denen Kirchengebäude errichtet werden sollen. Diese vier Grundaussagen sind im folgenden zitiert:

"1. Die Kirche soll im allgemeinen das Gepräge eines Versammlungshauses der feiernden Gemeinde, nicht dasjenige eines Gotteshauses im katholischen Sinne an sich tragen.

2. Der Einheit der Gemeinde und dem Grundsatz des allgemeinen Priesterthums soll durch die Einheitlichkeit des Raums Ausdruck gegeben werden. Eine Theilung des letzteren in mehrere Schiffe sowie eine Scheidung zwischen Schiff und Chor darf nicht stattfinden.

3. Die Feier des Abendmahls soll sich nicht in einem abgesonderten Raume, sondern inmitten der Gemeinde vollziehen. Der mit einem Umgang zu versehende Altar muss daher, wenigstens symbolisch, eine entsprechende Stellung erhalten. Alle Sehlinien sollen auf denselben hinleiten.

4. Die Kanzel, als derjenige Ort, an welchem Christus als geistige Speise der Gemeinde dargeboten wird, ist mindestens als dem Altar gleichwerthig zu behandeln. Sie soll ihre Stelle hinter dem letzteren erhalten und mit der im Angesicht der Gemeinde anzuordnenden Orgel- und Sängerbühne organisch verbunden werden."

Die Kirche steht im Eigentum der evangelischen Kirchengemeinde Brügge. Die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid unter der laufenden Nummer 37 erfolgte am 03.12.1984.