Der Homerrturm

Der "Homertturm" erhebt sich als tonnenförmiger Turm auf einem achteckigen, mehrfach gestuften und sich nach oben verjüngendem Postament, der sich wiederum nach oben über eine Stufe verjüngt. Der Turm schließt oben mit einem auf Konsolen gelagertem Blendbogengesims ab. Im Inneren führt eine Wendeltreppe mit Eisengittergeländer nach oben.Der Aussichtsturm wurde 1894 -nur drei Jahre nach Gründung- vom Sauerländischen Gebirgsverein errichtet.Im Gegensatz zu Feuer- und Wachtürmen diente dieser Turm ausschließlich dem Zweck des "Seh-Vergnügens". Nur eine kurze Zeit, nämlich 1944 bis zum Kriegsende wurde er für andere Zwecke entfremdet, indem die NSDAP ihn für die Stationierung eines Luftgaukommandos beschlagnahmte.

Eine undatierte Ansicht des Homertturms
Eine undatierte Ansicht des Homertturms

Der Turm ist trotz seiner baulichen Veränderungen, die den Denkmalwert reduziert, aber nicht gelöscht haben, bedeutend für die Geschichte des Menschen, hier für die Menschen des Sauerlandes, da er für eine Epoche am Ende des 19. Jahrhunderts steht, in der die Wiederentdeckung der Landschaft mit dem Bau von Aussichtstürmen -einem in ihrer Funktion und Art als vollkommen neuartigem Gebäude- gefeiert wurde.

So heißt es bei D. Sauermann: Gute Aussicht, Rheda-Wiedenbrück 1990, S. 103: "Mit der Entmythisierung des bis ins späte 18. Jahrhundert hinein als rau und gefährlich und tabuisiert geltenden Naturraumes vollzog sich die langsame Aneignung bei gleichzeitiger Romantisierung von Natur. Diese neue Naturanschauung entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Allgemeingut des Bürgertums. Das Bedürfnis nach Landschaft ist wohl zu keiner Zeit so groß gewesen, wie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts."

Der Homertturm mit Gedicht

Für diese Entwicklung ist der "Homertturm" ein ausgezeichnetes und den Umständen entsprechend gut erhaltenes Beispiel. Für die Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche, hier architekturhistorische Gründe vor, da der "Homertturm" ein gutes Beispiel für diese Baugattung darstellt.Weiterhin liegen volkskundliche Gründe vor, da der Aussichtsturm auf die Lebensform der Menschen verweist. Sie bauten Aussichtstürme um ihre eigene Umgebung zu erschließen und bewundern zu können. Wanderungen in der Umgebung wurden Bestandteil der Freizeit, die im Zusammenhang mit der industriellen Entwicklung entstand.

Denkmalwert ist der Aussichtsturm ohne das neuzeitige Obergeschoss mit den Antennenaufbauten sowie der Außenverkleidung.

Der Homertturm wurde am 26. September 2005 unter der laufenden Nummer 158 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen. Eingetümer ist der Sauerländische Gebirgsverein, Abt. Lüdenscheid.