Der Schuldner kann den Antrag auf Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens nur innerhalb einer Frist von 6 Monaten nach Scheitern des außergerichtlichen Einigungsversuches stellen.

  • Das Scheitern muss durch eine geeignete Person oder Stelle (z.B. Schuldnerberatung) bescheinigt und begründet werden.
  • Es ist ein umfangreiches Formular auszufüllen, das Verzeichnisse des Vermögens, des Einkommens sowie der Gläubiger und Forderungen enthält.
  • Es ist erneut ein Schuldenbereinigungsplan beizufügen. Dieser kann vom Gericht durchgeführt werden, wenn dies erfolgversprechend ist, und zwar wenn außergerichtlich die Mehrheit der Gläubiger dem Plan zugestimmt hat. Das Gericht kann auf Antrag Ablehnungen der Minderheit der Gläubiger durch Zustimmungen ersetzen, so dass ein gerichtlicher Vergleich zustande kommt. Der Schuldner zahlt gemäss diesem Vergleich, um schuldenfrei zu werden. Ein Insolvenzverfahren ist vermieden worden.

Kommt der Vergleich nicht zustande, eröffnet das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren durch Beschluss, der im Internet veröffentlicht wird. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Laufzeit von 6 Jahren bis zur Restschuldbefreiung. Das Gericht bestimmt den Treuhänder, üblicherweise einen Rechtsanwalt, als Insolvenzverwalter.

Für Anträge seit dem 01.07.2014 bestehen folgende Möglichkeiten:

  • Das Verfahren wird von 6 auf 5 Jahre verkürzt, wenn Sie die Verfahrenskosten zahlen können.
  • Das Verfahren wird von 6 auf 3 Jahre verkürzt, wenn Sie 35 % der Schulden und die Verfahrenskosten zahlen können.

Hier gelangen Sie weiter zur Stufe 5 des Verbraucherinsolvenzverfahrens (Schlusstermin und Wohlverhaltensphase).