"Kurt Gröger am Fenster": Kunstwerk des Monats

Werk von Paul Wieghardt in der Städtischen Galerie

Gemälde "Kurt Gröger am Fenster"

Die Städtische Galerie hat das Kunstwerk „Kurt Gröger am Fenster“ von Paul Wieghardt zum Kunstwerk des Monats Februar gekürt. Das Werk beschäftigt sich mit dem zentralen Bildthema Wieghardts, der Figur im Raum. Es zeigt den Maler Kurt Gröger im Bildmittelpunkt mit der Stadt Dresden im Hintergrund. Das Gemälde ist eine Schenkung von Nelli Bar-Wieghardt. Kunstinteressierte können es sich in der Städtischen Galerie, Sauerfelder Straße 14-20, zu den Öffnungszeiten, Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, ansehen.

Gemeinsames Studium in Dresden

Paul Wieghardt – geboren 1897 in Lüdenscheid, gestorben 1969 in Wilmette / Chicago – studierte gemeinsam mit Kurt Gröger seit 1925 an der Dresdener Kunstakademie. Beide waren bis 1931 Meisterschüler von Robert Sterl, neben Max Liebermann ein bedeutender Vertreter des deutschen Impressionismus. Vor allem zeitaktuelle, sozialkritische Themen beschäftigten Wieghardt während seiner Akademieausbildung in Dresden.

Grögers Zeit in Frankreich

Wieghardts 1905 in Sternberg geborener Malerfreund Gröger entschloss sich 1930, nach Paris zu gehen. Ein Jahr später folge Wieghardt ihm zusammen mit seiner späteren Frau, der Bildhauerin Nelli Bar.

Gröger verbündete sich zu Beginn des Zweiten Weltkrieges mit der Widerstandsbewegung seines ursprünglichen Heimatlandes, der damaligen Tschechoslowakei. Er wurde Mitglied der tschechischen Legion in Frankreich und gehörte somit der Auflehnung gegen den NS-Staat an. Ab 1940 galt er als Staatsfeind Deutschlands und tauchte mit seiner jüdischen Frau Simone Gröger in Frankreich unter. Grögers künstlerische Entwicklung wurde von Vuillard und Bonnard geprägt. Er hatte in Frankreich seinen Malstil weiterentwickelt und war damit international äußerst erfolgreich. Der Großteil seiner in Tschechien zurückgelassenen Werke war für ihn bis 1945 unzulänglich und wurde wenig später dort vernichtet. Er starb 1952 in Paris.

„Kurt Gröger am Fenster“

Schon in Dresden entwickelte Wieghardt sein wichtigstes Bildthema – die Figur im Raum. Dies spiegelt sich ebenso in seinem um 1928 entstandenen Gemälde „Kurt Gröger am Fenster“ wider und bleibt auch nach seiner Flucht in die USA Grundgedanke seiner Kunst. Mit seinem eindringlichen Blick prägt der Dargestellte die Komposition, und gleichzeitig kann man durch das geöffnete Fenster der Dachschräge einen Blick auf die Stadt Dresden werfen.

Katalog des Monats

Passend dazu stellt die Städtische Galerie im Februar den folgenden Katalog aus dem Jahr 1981 zur Verfügung: „Paul Wieghardt – Ölbilder Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen. Der Katalog ist kostenfrei vor Ort erhältlich.


Lüdenscheid, 01.02.2017