Kontakt zu Flüchtlingen möglich - Anwohner und Bevölkerung werden nicht ausgegrenzt

Bei einer Informationsveranstaltung, zu der die Johanniter am Mittwochabend, 29. Juli, eingeladen hatten, wurde ein Schreiben der Stadt an die Anwohner kritisiert. Das Schreiben informierte über die bevorstehende Ankunft von 150 Flüchtlingen und enthielt unter anderem die Bitte, in den ersten Tagen von einer direkten Kontaktaufnahme zu den Flüchtlingen abzusehen. Weil diese Bitte von einigen Anwohnern offenbar als ausgrenzend empfunden wurde, stellt die Stadt erläuternd klar, dass Kontakte der Bevölkerung zu den Flüchtlingen in der Notunterkunft in der ehemaligen Hermann-Gmeiner-Schule nach Absprache mit den diensthabenden Hilfskräften vor Ort jederzeit möglich sind.

„Die Bitte von einer direkten Kontaktaufnahme abzusehen bezog sich ausschließlich auf die Ankunftssituation der Flüchtlinge und diente unter anderem dem vorsorglichen Gesundheitsschutz", betont der Fachbereichsleiter für Recht und Soziale Hilfen, Thomas Ruschin. Die entsprechende Anwohnerinformation erfolgte in inhaltlicher Übereinstimmung mit den Aussagen der Hilfsorganisationen im Krisenstab der Stadt, die beispielsweise davor warnten, die ankommenden Personen vor Erfassung des Gesundheitszustandes zu umarmen.

„Es macht wenig Sinn, wenn die Kräfte der Hilfsorganisationen vor und bei der Erstuntersuchung der Flüchtlinge vorsorglich in Infektionsschutzkleidung arbeiten und wir zugleich bereits Kontakte mit der Bevölkerung forcieren. Zudem hatten viele Flüchtlinge eine tage- oder sogar wochenlange Flucht hinter sich und brauchten nach ihrer Ankunft vor allem erst einmal Ruhe", erklärt Ruschin. Die kritisierte Anwohnerinformation war deshalb nicht „über das Ziel hinaus geschossen", wie in der Informationsveranstaltung geäußert wurde. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die mit der Aufnahme der Flüchtlinge befasst waren, hat es am Anfang interne Verhaltensempfehlungen zur Gesundheitsvorsorge gegeben.

Die Untersuchungen aller Flüchtlinge sind mittlerweile abgeschlossen. Gegen Begegnungen mit der Bevölkerung bestehen keinerlei Bedenken mehr. Vielmehr freuen sich die Hilfskräfte vor Ort über Ehrenamtliche, die bereit sind, bei der Betreuung mitzuwirken. Im Zusammenhang mit der Abgabe ihrer Spenden haben sich in den letzten Tagen schon etliche Personen dafür gemeldet. Weitere Interessierte können sich an das Gemeindebüro der evangelischen  Kirchengemeinde Oberrahmede wenden.

Lüdenscheid, 31.07.2015