Große Anteilnahme für Opfer des Anschlags auf Charlie Hebdo auch in Lüdenscheid

Kürzlich erschien das zweite Heft des Satiremagazin Charlie Hebdo nach dem Terroranschlag vom 7. Januar. - In weiten Teilen der Bevölkerung wirkt die Betroffenheit über die Geschehnisse noch nach. 

In diesen Tagen ging ein Schreiben von Bürgermeister Eric Vuillemin aus Lüdenscheids Partnerstadt Romilly-sur-Seine im Rathaus ein. Darin bedankt er sich für die gezeigte Unterstützung und Empathie.

Lüdenscheid pflegt seit 1991 eine intensive freundschaftliche Beziehung zu der französischen Partnerstadt Romilly-sur-Seine. Die Übermittlung einer Solidaritätsbekundung war deshalb weitaus mehr als ein Akt der Höflichkeit, sondern Ausdruck tiefempfundenen Beileids und Mitgefühls. Die Solidaritätsbekundung beinhaltete auch die zuvor vom Integrationsrat herausgegebene Erklärung, in der dieser den Terroranschlag klar verurteilte. Darüber hinaus erinnerte der Integrationsrat daran, dass in Lüdenscheid Menschen aus etwa 100 Nationen und aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen friedlich zusammen leben. Viele Menschen seien wegen der demokratischen Grundordnung nach Deutschland gekommen, um Terror und Gewalt in ihrem Heimatland zu entfliehen

Bürgermeister Dieter Dzewas und alle im Rat der Stadt vertretenen Fraktionen hatten sich dieser Verlautbarung angeschlossen. Dzewas betonte, wie wichtig es sei, trotz dieser schrecklichen Ereignisse, die liberale Grundhaltung nicht aufzugeben und zu einer völligen Überwachung der Bürger überzugehen. Als positives Beispiel für den Umgang mit solchen Terroranschlägen hob der Bürgermeister die Reaktion des damaligen norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg auf die im Jahr 2011 in Norwegen verübten Anschläge hervor. Jens Stoltenberg hatte nach dem Attentat zu mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Menschlichkeit, aber keiner Naivität aufgerufen. Dzewas machte deutlich, dass der massive Ausbau staatlicher Überwachungsmaßnahmen nur die Einschränkung der eigenen Freiheitsrechte zur Folge hätte. Dies würde lediglich den Terroristen helfen, ihr Ziel zu erreichen, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu unterbinden und einen autoritären Staat zu fördern.  

Auch die Lüdenscheider Bürgerinnen und Bürger demonstrierten ihre Anteilnahme. Beim Neujahrsempfang wurde in einer Schweigeminute der Toten, Verletzten und Angehörigen gedacht. Ferner haben sich aktuell circa 300 Bürgerinnen und Bürger in das an der Bürgerinformation ausliegende Kondolenzbuch eingetragen und somit auch hinsichtlich des erst kürzlich geschehenden Anschlags in Dänemark ein starkes Zeichen gegen Terror und Gewalt gesetzt.

Der Anschlag auf die Satirezeitung Charlie Hebdo, bei dem zwölf Menschen getötet und mehrere schwer verletzt wurden, hatte eine weltweite Welle der Solidarität ausgelöst. - Menschen gingen auf die Straße, um ihr Mitgefühl für die Opfer dieses Terroraktes und Angriffs auf die Menschen -und Freiheitsrechte zu zeigen.

Lüdenscheid, 27.02.2015