8. Internationaler Aktionstag gegen die Todesstrafe am 30. November / Lüdenscheid unterstützt Aktionstag / Über 1.000 Städte setzen Zeichen gegen die Todesstrafe, darunter 115 in Deutschland
Am 30. November findet auf Initiative der Gemeinschaft Sant'Egidio zum achten Mal ein internationaler Aktionstag gegen die Todesstrafe statt. Weltweit engagieren sich mittlerweile über 1.000 Städte, darunter 55 Hauptstädte, für die Abschaffung der Todesstrafe. Allein in Deutschland ist die Zahl der Städte, die mitwirken auf 115 angestiegen, darunter unter anderem Berlin, Hannover, Köln, Stuttgart und Weimar. Auch Lüdenscheid unterstützt das Motto "Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe".
"Mit der Unterstützung dieser Aktion sprechen wir Lüdenscheider uns in aller Deutlichkeit und Entschiedenheit für die Menschlichkeit und gegen die Todesstrafe aus", unterstreicht Bürgermeister Dieter Dzewas die Stellung Lüdenscheids zu diesem Thema. In vielen Städten werden zu dem Aktionstag charakteristische Gebäude besonders beleuchtet. So etwa in Rom das Kolosseum, in Brüssel das Atomium, in Aachen das Ponttor, in Würzburg die Festung, in Berlin der Rathausturm oder in Nürnberg die Straße der Menschenrechte. Die Stadt Lüdenscheid beteiligte sich bereits in 2006 mit einem aufwendigen Lichtprojekt an der Aktion. Hierbei wurden vier Wochen lang neun Lüdenscheider Kirchtürme in Regenbogenfarben beleuchtet.
Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Mittlerweile wenden 139 Staaten die Todesstrafe nicht mehr an. Nur noch eine Minderheit von 58 Staaten übt diese Praxis noch aus. Auch in 2009 hat die internationale Kampagne bedeutende Fortschritte erzielt. So schaffte nicht nur der US-Bundesstaat New Mexico im März dieses Jahres die Todesstrafe ab, sondern auch Kirgisein und Togo. In Kenia wurden im August 2009 alle Todesurteile in lebenslängliche Haft umgewandelt.
Sant'Egidio hat unter Beteiligung zahlreicher Organisationen die Aktion "Städte für das Leben" gegründet. Die christliche Laienbewegung setzt sich seit vielen Jahren für Frieden, Gerechtigkeit und Einhaltung der Menschenrechte ein. Mit über 50.000 Mitgliedern ist die Bewegung in 70 Ländern aktiv und pflegt unter anderem weltweit Kontakt mit Todeskandidaten. Bürgermeister Dzewas versichert, dass auch in Zukunft die Gemeinschaft Sant'Egidio auf die Unterstützung der Stadt Lüdenscheid zählen kann und wünscht im Namen der Stadt für den diesjährigen Aktionstag viel Erfolg.
Weitere Informationen zu dem Aktionstag und zur Gemeinschaft Sant'Egidio sind im Internet unter www.santegidio.org zu finden.
Lüdenscheid, 27.11.2009



