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Bahnhofsfläche Lüdenscheid - Besuch von Minister Uhlenberg

Umgestaltung des Geländes durch die Stadt

NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg besuchte die Stadt Lüdenscheid, um sich über die Zukunft des kürzlich durch die Stadt und den Altlastensanierungsverband NRW sanierten Bahnhofsgeländes zu informieren.

Seit etwa 1995 gibt es Bestrebungen der Stadt Lüdenscheid, das zu großen Teilen brachliegende Bahnhofsgelände zu einem hochwertigen Dienstleistungs- und Gewerbestandort mit guter Adresse in unmittelbarer Innenstadtnähe zu entwickeln. Dazu kaufte die Stadt das Gelände in den Jahren 2002 bis 2004. Mit der Umgestaltung erhält die Stadt die Chance für eine flexiblere Parzellierung des Geländes. Vorgesehen sind im Umfeld des neu zu errichtenden Verknüpfungspunktes für Bahn/Bus/PKW/Fahrrad und Fußgänger auch bahnbezogene Serviceeinrichtungen, ergänzende Dienstleistungsangebote, beschränkt  Einzelhandel sowie räumlich untergeordnet auch Wohnnutzungen. Zudem soll eine Stärkung des Quartiers als Bildungsstandort mit regionaler Bedeutung erfolgen.

Um das Areal nach der Sanierung besser entwickeln und vermarkten zu können, wird das Gelände nun in drei Abschnitten komplett neu gestaltet. Zunächst erfolgt die Gleisverlegung mit dem Bau des überdachten Bahnsteiges, danach der Bau des Busbahnhofes an der Bahnhofstraße/Bahnhofsallee und abschließend der Ausbau der Bahnhofsallee. Die ersten beiden genannten Maßnahmen werden vom Land NRW im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) finanziell gefördert, die Förderung des  Ausbaus der Bahnhofsallee ist im Landeshaushalt bereits eingeplant.  

Mit dem ersten Abschnitt wurde bereits im Dezember 2008 begonnen. Nach Inbetriebnahme des neuen Bahngleises Mitte des Jahres 2009 erfolgt Mitte September die Fertigstellung des direkt an den Bahnsteig anschließenden Busbahnhofes. Der das Projekt abschließende Ausbau der mit über 60 Bäumen gesäumten Bahnhofsallee erfolgt in der Zeit von Sommer 2009 bis Sommer 2010.

Darüber hinaus entstehen 50 P+R-Plätze, 4 Behindertenstellplätze und Taxiplätze in unmittelbarer Nähe des Haltepunktes sowie Straßenrand-Parkplätze in der Bahnhofsallee.  Es wird z.Z. geprüft, Besuchern der Phänomenta, der EGC-Einrichtungen sowie der Innenstadt bewirtschaftete Stellplätze auf der Bahnhofsfläche zur Verfügung zu stellen.

Sanierung in Schritten

Der seit langem brachliegende Standort des Bahnhofes Lüdenscheid mit einer Brutto-Gesamtfläche von 90.000 m²  liegt in unmittelbarer und fußläufiger Entfernung zur Innenstadt. Auf dem westlichen Geländeteil im Bereich der Straße „Am Güterbahnhof" befanden sich drei Areale mit einer Gesamtgröße von rund 5.000 m², die Kontaminationen durch Mineralölkohlenwasserstoffe und Schwermetalle aus verschiedenen gewerblichen Nutzungen aufwiesen. Diese Flächen wurden von Juli bis Dezember 2008 durch die Stadt Lüdenscheid und den AAV unter fachbehördlicher Begleitung durch den Märkischen Kreis saniert.

Bereits im Juni 2008 wurde die für die bevorstehenden Sanierungsarbeiten erforderliche Baustraße errichtet. Von Juli bis September 2008 erfolgte dann der Gebäuderückbau, bei dem die Gebäude bis Oberkante Keller abgebrochen wurden, um darunter liegende Schadstoffbereiche gegen Auswaschung durch Niederschläge zu schützen.

Von Oktober 2008 an wurde der kontaminierte Boden auf dem Gelände ausgetauscht. Dazu wurden die verbliebenen Gebäudereste sowie die Schwarzdecken abgebrochen und entfernt, der Boden durch unbelastetes Material ersetzt - insgesamt wurden dabei ca. 7.000 m³ Erde bewegt, das entspricht rund 650 LKW-Ladungen. Diese Arbeiten dauerten bis Ende des Jahres 2008.

Projektpartner für die Sanierungsmaßnahme waren die Stadt Lüdenscheid und der AAV; der Märkische Kreis unterstützte das Vorhaben fachtechnisch und als zuständige Umweltbehörde. Die Gesamtkosten des gemeinsamen Projektes betrugen 1,2 Mio. Euro, von denen der AAV 80 % und die Stadt Lüdenscheid 20 % tragen. Der AAV war darüber hinaus auch Projektträger der Maßnahme.

SEWAG neues AAV-Mitglied

Im Rahmen des Ortstermins konnte Umweltminister Uhlenberg auch den Vertreter eines neuen AAV-Mitglieds begrüßen, das auch in Lüdenscheid bekannt ist: Der Energieversorger SEWAG hat in einem Brief an Umweltminister Uhlenberg erst vor kurzem seine Bereitschaft erklärt, das freiwillige Kooperationsmodell zur Finanzierung des AAV, in dem neben dem Land und den Kommunen auch Teile der NRW-Wirtschaft mitwirken, durch seinen Beitritt zu unterstützen.

Hintergrundinformation zum AAV

Der Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW (AAV) unterstützt in Nordrhein-Westfalen Kreise, Städte und Gemeinden: Er saniert auf Antrag der Kommunen Altlastenflächen oder Grundstücke mit schädlichen Bodenveränderungen, wenn z. B. kein Verantwortlicher mehr gefunden werden kann oder wenn dieser finanziell dazu nicht in der Lage ist. Der AAV bringt dabei bis zu 80 % der finanziellen Mittel auf und übernimmt außerdem in der Regel auch das Projektmanagement. Der Vorteil ist, dass er dabei seine vielfältigen Erfahrungen in die Sanierungsmaßnahmen einbringt, die er in den Jahren seit seiner Gründung im Jahr 1988 gesammelt hat.

Hinter dem AAV stehen im Rahmen einer freiwilligen Kooperationsvereinbarung das Land Nordrhein-Westfalen, die Kommunen des Landes sowie Teile der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Zurzeit wendet der Verband ca. zehn Millionen Euro pro Jahr für Sanierungsmaßnahmen auf. Mögliche Rückflüsse aus Verkäufen sanierter Grundstücke werden dann sofort wieder in Projekte investiert.

Lüdenscheid, 06.02.2009

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