Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das Jahr 2008 geht gerade im wirtschaftlichen Bereich mit Turbulenzen und Negativeinschätzungen eines Ausmaßes zu Ende, das noch vor wenigen Monaten wohl kaum einer erwartet hat. Die US-Finanzkrise hat nicht nur die europäischen und deutschen Banken erfasst, auch die Realwirtschaft ist im Gefolge stark betroffen. Führende Autohersteller lassen die Bänder stillstehen und über die Zulieferer ist - zudem nicht nur in dieser Branche - in vielfältiger Weise inzwischen auch der Mittelstand betroffen. Obwohl wir in 2007 und in den ersten Monaten des Jahres 2008 auf einem guten Weg waren, gilt dies nun leider auch für Lüdenscheid. Die Unternehmen sehen ihre Verantwortung und versuchen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Sie suchen in der bewährten Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften nach maßgeschneiderten Lösungen für ihren Betrieb. Sie stützen damit ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Familien und den Arbeitsmarkt. Die Meldungen über bevorstehende Betriebsschließungen in der Nachbarschaft verstärken allerdings die ungünstigen Prognosen. All das zeigt deutlich, wie wichtig ein schnell wirkendes Konjunkturprogramm wäre. Dafür ist die Stadt als öffentlicher Auftraggeber ein geborener Partner, der Einiges bewirken könnte und bereit ist, aktiv zu werden. Sinnvolle Investitionsmöglichkeiten z. B. bei Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden sowie im Straßennetz existieren genug.
Von den wirtschaftlichen Entwicklungen sind nicht nur Betriebe, sondern auch Familien betroffen, von denen etliche nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Um die 2000 Kinder leben in unserer Stadt an der Armutsgrenze. Mit dem städtischen Hilfsfonds für Kinder und dem großen Engagement des Bündnisses für Familie, in dem viele mitwirken, sind erste gute Ansätze für Hilfestellungen gemacht. Aber wir dürfen an dieser Stelle nicht stehen bleiben. Wichtig ist der weitere Ausbau von Betreuungsangeboten für Kinder, wobei das Engagement des Landes NRW über das bloße Weiterleiten von Bundesmitteln deutlich hinausgehen müsste. Schon in der vorschulischen Bildung gilt es, Fähigkeiten und Entwicklungspotenziale zu erkennen. Die Eröffnung, Vermittlung und Förderung von Bildungschancen ist die herausragende Zukunftsaufgabe, der sich auch die Stadt aktiv stellt. Sie engagiert sich in starkem Maße bei der Schaffung von Ganztagsangeboten nicht nur in den Grundschulen, sondern auch bei den weiterführenden Schulen. Mit der Erweiterung der Fachhochschule Südwestfalen und der zukünftigen Ansiedlung von 250 Studienplätzen am Standort Lüdenscheid wird das Bildungsangebot wesentlich erweitert. Es war eine konzertierte Aktion einer ganzen Region, beim Land NRW diese für Südwestfalen und auch Lüdenscheid wichtige Weichenstellung zu befördern. Daher gilt mein Dank an dieser Stelle zuerst der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer, dem Landtagsabgeordneten Bernd Schulte, den beteiligten Kreisen MK und Olpe, den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Nachbarstädte und allen übrigen Beteiligten dieser regionalen Initiative. Diese Form der Zusammenarbeit ist ein deutlicher Hinweis dafür, dass über lokales Denken und Handeln hinaus verstärkt regionales Agieren Platz greift.
Die Lüdenscheider haben sich in schwierigen Zeiten schon immer dadurch ausgezeichnet, dass sie sich auf die Mobilisierung eigener Kräfte konzentriert und den engen Schulterschluss gesucht haben. Darauf sollten wir auch in Zukunft setzen. Lassen Sie uns alle deshalb an einem Strang ziehen und zwar in dieselbe Richtung.
Eine gute Gelegenheit, sich über diese und andere Themen auszutauschen bietet der Neujahrsempfang der Stadt, zu dem ich Sie für Sonntag, den 11. Januar 2009 von 11 - 13 Uhr herzlich in das Bürgerforum des Rathauses einlade. Über Ihre Teilnahme würde ich mich freuen. Das Mütterzentrum bietet wieder eine Kinderbetreuung an.
Allen Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheidern wünsche ich an dieser Stelle - zugleich auch im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Lüdenscheid - für das neue Jahr Glück, Wohlergehen, Zufriedenheit, vor allen Dingen Gesundheit und uns allen ein friedvolles Jahr 2009.
Dieter Dzewas
Lüdenscheid, im Dezember 2008



