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Aktionstag Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe

7. Internationaler Aktionstag gegen die Todesstrafe am 30. November / Unterstützung Lüdenscheids 2006 mit Lichtregenbogen / 893 Städte setzen Zeichen gegen die Todesstrafe

Am 30. November findet auf Initiative der Gemeinschaft Sant'Egidio zum siebten Mal ein internationaler Aktionstag gegen die Todesstrafe statt. Unter dem Motto ?Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe" nahm auch die Stadt Lüdenscheid im Jahr 2006 aktiv an dem Aktionstag teil. Weltweit engagieren sich mittlerweile 893 Städte, darunter 49 Hauptstädte, aus insgesamt 71 Ländern für die Abschaffung der Todesstrafe.

Die Stadt Lüdenscheid als Befürworter dieser internationalen Kampagne, beteiligte sich bereits vor zwei Jahren mit einem aufwendigen Lichtprojekt an der Aktion. Hierbei wurden vier Wochen lang neun Lüdenscheider Kirchtürme in Regenbogenfarben beleuchtet. "Mit der Unterstützung dieser Aktion sprechen wir Lüdenscheider uns in aller Deutlichkeit und Entschiedenheit für die Menschlichkeit und gegen die Todesstrafe aus", unterstreicht Bürgermeister Dieter Dzewas die Stellung Lüdenscheids zu diesem Thema. In vielen weiteren Städten werden ebenfalls zu dem Aktionstag charakteristische Gebäude besonders beleuchtet. So wird zum Beispiel in Rom das Kolosseum, in Brüssel das Atomium, in Aachen das Ponttor, in Würzburg die Festung, in Berlin der Rathausturm, in Nürnberg die Straße der Menschenrechte oder in Bonn der Münster speziell ins Licht gesetzt. Allein in Deutschland wirken über 100 Städte unter anderem Berlin, Hannover, Köln, Stuttgart und Weimar bei dem Aktionstag mit verschiedenen Aktionen mit.

Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Mittlerweile wenden 137 Staaten die Todesstrafe nicht mehr an. In jüngster Vergangenheit schafften Ruanda, Kirgisien, Gabun und Usbekistan Hinrichtungen ab. 60 Staaten weltweit haben die Todesstrafe noch im Gesetz.

Besonders im vergangenen Jahr hat sich viel auf dem Gebiet der Abschaffung der Todesstrafe getan. Im Dezember 2007 beschloss die UNO-Vollversammlung mit großer Mehrheit eine Resolution, die alle Staaten der Welt auffordert, ein Moratorium zu verhängen und die Todesstrafe abzuschaffen. In diesem Zusammenhang startete die Gemeinschaft Sant'Egidio 1998 eine Unterschriftenkampagne für ein Stopp der Todesstrafe und sammelte über fünf Millionen Unterschriften, die sie im November 2007 dem Präsidenten der UNO-Vollversammlung, Srygiam Kerim, vorlegte.

Sant'Egidio hat unter Beteiligung zahlreicher Organisationen die Aktion "Städte für das Leben" gegründet. Die christliche Laienbewegung setzt sich seit vielen Jahren für Frieden, Gerechtigkeit und Einhaltung der Menschenrechte ein. Mit über 50.000 Mitgliedern ist die Bewegung in 70 Ländern aktiv und pflegt unter anderem weltweit Kontakt mit Todeskandidaten. Bürgermeister Dzewas versichert, dass auch in Zukunft die Gemeinschaft Sant'Egidio auf die Unterstützung der Stadt Lüdenscheid zählen kann und wünscht im Namen der Stadt für den diesjährigen Aktionstag viel Erfolg.

Weitere Informationen zu dem Aktionstag und zur Gemeinschaft Sant'Egidio sind im Internet unter www.santegidio.org zu finden.

Lüdenscheid, 27.11.2008

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